Dienstwagenbesteuerung

 

Der Bundesfinanzhof (BFH) beantwortete vor kurzem anhand dreier Streitfälle folgende Frage: In welcher Weise können die vom Arbeitnehmer für den Dienstwagen getragenen Aufwendungen mit den von ihm zu versteuernden Vorteilen verrechnet werden?

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen zur privaten Nutzung, so ist der damit verbundene geldwerte Vorteil als Arbeitslohn zu versteuern (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, ggf. Kirchensteuer). Dieser Vorteil ist nach einer der beiden nachgenannten Methoden zu ermitteln:

  • 1 %-Methode: Unabhängig, ob Neu- oder Gebrauchtwagen, beträgt der pauschale Wertansatz monatlich 1 % des Listen-Neupreises zzgl. der Kosten für Sonderausstattungen und inkl. Umsatzsteuer.
  • Fahrtenbuch-Methode: Hierzu muss für das komplette Jahr ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch zur Ermittlung des Anteils der dienstlich und privat gefahrenen Kilometer geführt werden. Die tatsächlichen Aufwendungen (= Einzelnachweis) des Pkw (Abschreibung, Kfz-Steuer, Kfz-Versicherung, Reparaturen, Benzinkosten usw.) werden addiert und so der Kostenanteil für die Privatfahrten ermittelt.

Fahrtenbuch-Methode: Geltendmachung sämtlicher Aufwendungen

Arbeitnehmer können sämtliche Aufwendungen, die ihnen im Zusammenhang mit dem überlassenen Firmenwagen entstandenen sind, im Rahmen ihrer Einkommensteuerveranlagung stets als Werbungskosten geltend machen, wenn der Vorteil auf Grundlage des Einzelnachweises nach der Fahrtenbuchmethode bewertet und einkommensteuerlich angesetzt wird. Diese Aufwendungen umfassen nicht nur pauschale Nutzungsentgelte, Zuzahlungen zu den Anschaffungskosten, sondern auch einzelne Aufwendungen.

1 %-Regelung: keine Geltendmachung einzelner Aufwendungen

Wird der Vorteil allerdings nach der 1 %-Regelung pauschal ermittelt, sind zwar pauschale Nutzungsentgelte und damit vergleichbare Zuzahlungen zu den Kosten des Fahrzeugs vorteilsmindernd zu berücksichtigen. Vom Arbeitnehmer selbst getragene einzelne Aufwendungen wie etwa Treibstoffkosten bleiben dann aber unberücksichtigt. Denn der Zweck der typisierenden 1 %-Regelung wäre laut BFH-Urteil verfehlt, wenn bei dieser pauschalen Vorteilsbewertung individuelle Aufwendungen Berücksichtigung fänden.

Stand: 15. März 2008

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