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Steuernachrichten

Steuernachrichten

Neukonzeption des Reisekostenrechts ab 1.1.2008

Lohnsteuer-Richtlinien 2008

 

Pendlerpauschale

BFH hält den Abzugsausschluss für verfassungswidrig

 

Zusätzliche Altersvorsorge

„Riester-Rente“

 

Spenden und Mitgliedsbeiträge

Werte rückwirkend zum 1.1.2007 aufgrund des Gesetzes zur weiteren Stärkung des bürgerlichen Engagements

 

Kindergeld:

Ermittlung des Jahresgrenzbetrags bei Bezügen des Kindes

 

Neukonzeption des Reisekostenrechts ab 1.1.2008

 

Ab 2008 entfällt die Differenzierung zwischen Dienstreise, Einsatzwechsel und Fahrtätigkeit. Es gibt nunmehr den einheitlichen Begriff der beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit.

In den Lohnsteuer-Richtlinien (LStR) 2008 wurde diese Neukonzeption des Reisekostenrechts vorgenommen, die insbesondere auf Grund der neueren Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) notwendig wurde. Bei den Richtlinien handelt es sich um allgemeine Verwaltungsvorschriften, an die die Finanzverwaltung zwingend gebunden ist. Der Steuerpflichtige kann sich auf deren Einhaltung berufen.

Reisekosten
können anfallen gem. der Rechtsauffassung lt. Lohnsteuer-Richtlinien (LStR)

  • ab 2008 bei einer
    • beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit
  • bis 2007 bei einer
    • Dienstreise
    • Einsatzwechseltätigkeit
    • Fahrtätigkeit

Reisekosten sind

  • Fahrtkosten
  • Verpflegungsmehraufwendungen
  • Übernachtungskosten
  • Reisenebenkosten

Sonderfall doppelte Haushaltsführung

  • Fahrtkosten
  • Verpflegungsmehraufwendungen
  • Unterkunftskosten

Reisekosten, die ein Arbeitnehmer im Rahmen seiner beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit aufwendet, können vom Arbeitgeber in bestimmten Grenzen steuerfrei erstattet werden. Gleicht der Arbeitgeber die entstandenen Aufwendungen nicht aus, so können die Reisekosten als Werbungskosten in der jährlichen Steuererklärung abgesetzt werden. Beim Unternehmer sind die Reisekosten Betriebsausgaben.

BERUFLICH VERANLASSTE AUSWÄRTSTÄTIGKEIT
Begriff

Eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit liegt vor, wenn der Arbeitnehmer

  • vorübergehend
  • außerhalb seiner Wohnung und an keiner seiner regelmäßigen Arbeitsstätten
  • beruflich

tätig wird.
Eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit liegt ebenfalls vor, wenn der Arbeitnehmer bei seiner individuellen beruflichen Tätigkeit typischerweise

tätig wird. Die zweite Fallgruppe dient lediglich der Klarstellung, dass auch bei Arbeitnehmern, die überhaupt keine regelmäßige Arbeitsstätte haben, eine lohnsteuerlich begünstigte Auswärtstätigkeit vorliegt. Dieser Gruppe kommt daher keine eigenständige lohnsteuerliche Bedeutung mehr zu.

Fahrtkosten

Unterschiede zwischen der Rechtsauffassung lt. LStR „ab 2008“ und „bis 2007“

  • Wegfall der Drei-Monats-Frist ab 2008
    Nach Ablauf von drei Monaten wird die auswärtige Tätigkeitsstätte nicht mehr zu einer weiteren regelmäßigen Arbeitsstätte. Bis 2007 lag nach drei Monaten automatisch eine Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte vor, es kam die niedrigere und steuerpflichtige Entfernungspauschale zum Ansatz. Es können ab 2008 nach drei Monaten weiterhin die höheren und steuerfreien Reisekostensätze geltend gemacht werden.
    Achtung: Die Drei-Monats-Frist ist jedoch bei den Verpflegungsmehraufwendungen weiterhin zu beachten. Bei den Übernachtungskosten ist die Drei-Monats-Frist weggefallen.

  • Wegfall der 30 km-Zone ab 2008
    Bis 2007 lag grundsätzlich bei ständig wechselnden Einsatzstellen, wenn sich diese nicht mehr als 30 km von der Wohnung entfernt befanden, eine Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte vor. Lohnsteuerlich war man in diesen Fällen auf die steuerpflichtige Entfernungspauschale beschränkt.
    Mit Streichung der 30 km-Zone gelten ab 2008 auch für den Personenkreis, der an wechselnden Einsatzstellen beschäftigt ist, diese Fahrten entfernungsunabhängig als beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit, es kommen die höheren und steuerfreien Reisekostensätze zum Ansatz.

Hinweis: Sofern der Arbeitnehmer durchschnittlich 1x pro Woche im Betrieb ist (auch nur zum Abholen von Unterlagen) fallen Fahrten Wohnung Arbeit an mit der Folge, daß bei Kfz-Gestellung 0,03 % vom Listenpreis x einfache Strecke als Sachbezug erfasst werden müssen!
Pauschal wird dies wie folgt ermittelt:
52 Wochen im Jahr ./. 6 Wochen Urlaub = 46 Wochen
Der Arbeitnehmer darf nur an 45 Tagen im Jahr den Betrieb aufsuchen!
Ansonsten ganzjährig Ansatz der vorgenannten Sachbezugswerte.

Übernachtungskosten

Inlandsreise
Unterschiede zwischen der Rechtsauffassung lt. LStR „ab 2008“ und „bis 2007“

  • Wegfall der Drei-Monats-Frist ab 2008
    Nach Ablauf von drei Monaten wird die auswärtige Tätigkeitsstätte nicht mehr zu einer weiteren regelmäßigen Arbeitsstätte. Auch nach drei Monaten sind Übernachtungskosten werbungskostenabzugs- bzw. -erstattungsfähig.

  • Änderung der Kürzung der Übernachtungskosten um die Verpflegungskosten
    Ab 2008:
    Wird durch Zahlungsbelege nur ein Gesamtpreis für Unterkunft und Verpflegung nachgewiesen und lässt sich der Preis für die Verpflegung nicht feststellen (z. B. Tagungspauschale), ist der Gesamtpreis zur Ermittlung der Übernachtungskosten wie folgt zu kürzen:
    1. für Frühstück um 20 % (Inland = 4,80 €),
    2. für Mittag- und Abendessen um jeweils 40 % (Inland = jeweils 9,60 €)
    des für den Unterkunftsort maßgebenden Pauschbetrags (auch wenn aufgrund des Einzelnachweises abgerechnet wird) für Verpflegungsmehraufwendungen (Inland: 24 €) bei einer Auswärtstätigkeit mit einer Abwesenheitsdauer von mindestens 24 Stunden.
    Beispiel:
    Inlandsreise: Hotelrechnung mit Tagungspauschale (Übernachtungskosten, Frühstück, Mittagessen, Abendessen). Gesamtpreis 100 €. Die Übernachtungskosten betragen somit 100 € ./. 4,80 € ./. 9,60 € ./. 9,60 € = 76 €.

    Bis 2007:
    Wenn das Frühstück – wie es die Regel ist – in den Hotelkosten enthalten ist, mussten bei Inlandsreisen 4,50 € von den ausgewiesenen Übernachtungskosten abgezogen werden.

Auslandsreise

Unterschiede zwischen der Rechtsauffassung lt. LStR „ab 2008“ und „bis 2007“

  • Wegfall der Drei-Monats-Frist ab 2008
    Nach Ablauf von drei Monaten wird die auswärtige Tätigkeitsstätte nicht mehr zu einer weiteren regelmäßigen Arbeitsstätte. Auch nach drei Monaten sind Übernachtungskosten werbungskostenabzugs- bzw. -erstattungsfähig.

  • Bei Werbungskostenabzug nunmehr Einzelnachweis ab 2008 möglich:
    Bis 2007 konnte der Arbeitnehmer statt des Einzelnachweises auch die länderspezifischen Übernachtungspauschbeträge als Werbungskosten absetzen (Wahlrecht).

  • Änderung der Kürzung der Übernachtungskosten um die Verpflegungskosten
    Ab 2008:
    Die Kürzung erfolgt wie bei Inlandsreisen, zu beachten sind aber die unterschiedlichen Pauschbeträge der jeweiligen Länder.
    Der Gesamtpreis ist für die Ermittlung der Übernachtungskosten wie folgt zu kürzen
    1. für Frühstück um 20 %,
    2. für Mittag- und Abendessen um jeweils 40 %
    des für den Unterkunftsort maßgebenden Pauschbetrags für Verpflegungsmehraufwendungen bei einer Auswärtstätigkeit mit einer Abwesenheitsdauer von mindestens 24 Stunden.
    Beispiel:
    Auslandsreise nach Frankreich: Hotelrechnung mit Tagungspauschale (Übernachtungskosten, Frühstück, Mittagessen, Abendessen). Gesamtpreis 100 €. Pauschale Verpflegungsmehraufwendungen für Frankreich: 39 €. Die Übernachtungskosten betragen somit 100 € ./. 7,80 € ./. 15,60 € ./. 15,60 € ./. = 61 €.

    Bis 2007:
    Es musste nur das Frühstück mit 20 % herausgerechnet werden.

Stand: 15. Februar 2008

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