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Steuernachrichten

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Doppelte Haushaltsführung

Aktuelle Rechtsprechung zur Voraussetzung der „Angemessenheit“

 

Anpassung der Vorauszahlungen

für Gewerbe- und Körperschaftsteuer 2008

 

Doppelte Haushaltsführung

 

In zwei aktuellen Urteilen hat sich der Bundesfinanzhof (BFH) zur Angemessenheit („Notwendigkeit“) betreffend der doppelten Haushaltsführung geäußert:

1. Angemessene Wohnung am Beschäftigungsort
Höchstgrenze Durchschnittsmietzins. Der BFH hat erstmals geklärt, welche Höchstgrenze für den „notwendigen“ Mehraufwand bei der doppelten Haushaltsführung gilt: Danach sind höchstens die Aufwendungen für eine durchschnittlich teure und ausgestattete 60-m²-Wohnung als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzbar. Nicht die Wohnungsgröße ist entscheidend, sondern allein der Durchschnittsmietzins, d. h. der ortsübliche Mietzins für eine nach Lage und Ausstattung durchschnittliche 60-m²-Wohnung.

  • Beispiel 1: Ein Arbeitnehmer mietet am Beschäftigungsort eine Zweitwohnung, die 75 m² groß und einfach ausgestattet ist. Die Miete beträgt 500 €. Eine durchschnittlich ausgestattete Wohnung mit einer Wohnfläche von 60 m² würde 600 € kosten. Folge: Er kann seine Miete als Werbungskosten in vollem Umfang abziehen, da er die Grenze von 600 € nicht erreicht.
  • Beispiel 2: Die Zweitwohnung ist 50 m² groß und luxuriös ausgestattet, sodass die Miete 700 € beträgt. Eine durchschnittlich ausgestattete Wohnung mit einer Wohnfläche von 60 m² würde 600 € kosten. Folge: Ein Arbeitnehmer könnte die Miete nur bis max. 600 € als Werbungskosten abziehen.

Betroffenen steht es damit frei, ob sie sich für eine kleinere, besser ausgestattete oder besser gelegene Wohnung oder hingegen für eine größere, schlechter ausgestattete oder schlechter gelegene Wohnung entscheiden.

2. Angemessenheit einer mit einem Arbeitszimmer ausgestatteten Wohnung am Beschäftigungsort
Steuerlich gesonderte Beurteilung. Die zweite Entscheidung betrifft wiederum die Frage der Angemessenheit („Notwendigkeit“) der Aufwendungen für die Zweitwohnung am Beschäftigungsort. Diesmal befindet sich hier ein steuerlich anzuerkennendes Arbeitszimmer. Nach Ansicht des BFH sind die Kosten für das Arbeitszimmer einerseits und für den verbleibenden Teil der Zweitwohnung andererseits steuerlich gesondert zu beurteilen:
Bildet das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung, können die Aufwendungen hierfür unbeschränkt abgezogen werden. Bis zum Jahr 2006 konnten die Aufwendungen bis zu 1.250 € abgezogen werden, wenn die berufliche Nutzung des Arbeitszimmers mehr als 50 % der gesamten beruflichen Tätigkeit betrug oder für die berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stand. Für den verbleibenden Teil der Wohnung (Gesamtwohnfläche minus Arbeitszimmer) bestimmt sich der angemessene Aufwand zudem nach dem Durchschnittsmietzins für eine nach Lage und Ausstattung durchschnittliche 60-m²-Wohnung.

  • Beispiel: A mietet an seinem Beschäftigungsort eine Zweitwohnung, die 70 m² groß ist und in der sich ein steuerlich anzuerkennendes Arbeitszimmer mit einer Größe von 14 m² (= 20 %) befindet. Die Miete beträgt 700 €. Eine durchschnittlich ausgestattete Wohnung mit einer Wohnfläche von 60 m² würde 600 € kosten.
    Auf das Arbeitszimmer entfallen monatlich 140 € (= 700 € x 20 %), die steuerlich voll abziehbar sind. Weiterhin entfallen auf den verbleibenden Teil der Wohnung monatlich 560 € (= 700 € x 80 %). Angemessen sind 600 €, weil dies der Aufwand für eine durchschnittliche 60-m²-Wohnung ist. Da A diese Grenze nicht überschreitet, kann er seine Miete auch für diesen Teil der Wohnung abziehen. Insgesamt kann A damit seine gesamte Miete für die Zweitwohnung steuerlich absetzen, obwohl seine Miete über der Grenze von 600 € liegt.

Stand: 15. September 2007

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